Einweihung des neuen Friedhofplatzes „Lebendige Stille“
„Lebendige Stille“: Oedter Friedhofsplatz wird zum Ort der Begegnung
Mit Unterstützung der LEADER-Region Mittlerer Niederrhein wurde einzentraler Platz auf dem Oedter Friedhof naturnah umgestaltet. Entstanden ist ein barrierearmer, einladender Ort, der Raum für Trauer, Begegnung, Erholung und neue Ideen bietet. Eine erste Veranstaltung ist bereits geplant.
Friedhöfe sind Orte des Abschieds, der Ruhe und des Gedenkens. Doch die Bedeutung von Friedhöfen und Bestattungen verändert sich, weil Menschen heute andere Formen des Abschieds suchen und neue Wege finden, Erinnerung zu gestalten. Mit dem Projekt „Lebendige Stille“ hat die Katholische Kirchengemeinde St. Benedikt deshalb einen zentralen Platz auf dem Oedter Friedhof neu gedacht und gestaltet. Unterstützt wurde das Projekt durch die LEADER-Region Mittlerer Niederrhein mit rund 70.000 Euro Fördermitteln.
In unmittelbarer Nähe der Friedhofskapelle ist ein naturnaher Begegnungsort entstanden. Heimische Pflanzen, neue Sitzmöglichkeiten und ein plätschernder Brunnen schaffen einen ruhigen und zugleich lebendigen Raum. Die nachhaltige Bepflanzung sorgt insbesondere in den Sommermonaten für angenehme Kühle und schafft gleichzeitig neue Lebensräume für Insekten. Eine wesentliche Veränderung ist die neue Wegeverbindung von der Hauptstraße zum Platz. Sie macht den Friedhof besser zugänglich. Insbesondere Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen profitieren von der verbesserten Erreichbarkeit. „Der Friedhof ist dadurch viel offener geworden. Die dunklen Ecken sind verschwunden. Oedt und der Friedhof rücken dadurch näher zusammen“ erklärt Karin Spettmann von der Katholischen Kirchengemeinde St. Benedikt.
Friedhof als Ort für Begegnung und Gemeinschaft
Mit der Neugestaltung verfolgt die Kirchengemeinde bewusst einen erweiterten Ansatz. Der Friedhof soll nicht ausschließlich ein Ort der Trauer und des Gedenkens sein, sondern auch Möglichkeiten für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten. „Wir sehen den Friedhof nicht nur als Ort der Trauer, sondern möchten, dass er auch ein Ort der Stärke wird“, sagt Spettmann. Eine erste Nutzungsidee gibt es bereits: Die Grefrather Malteser planen an Allerheiligen ein „Coffee to stay“. Menschen, die sich einsam fühlen oder einfach mit anderen ins Gespräch kommen möchten, sind eingeladen, bei Kaffee oder Tee zusammenzukommen.
Darüber hinaus sind viele weitere Nutzungen denkbar –beispielsweise Kunstausstellungen, Lesungen oder Angebote für Achtsamkeit. Welche Aktivitäten künftig auf dem Platz stattfinden, soll sich dabei auch aus den Ideen und Wünschen der Menschen vor Ort entwickeln. „Unsere Ideen zur Nutzung des Platzes sind nicht in Stein gemeißelt. Wir sind offen für die Wünsche und Bedarfe der Menschen. Wir laden die Bürgerinnen und Bürger ein mit ihren Ideen auf uns zuzukommen“, betont Spettmann. Stefan Schumeckers äußert sich dazu wie folgt: „Öffentliche Bereiche der Stille und desruhige Dialoges sind heute wichtiger denn je. Daher freue mich, dass hier in Oedt so ein wichtiger Ort geschaffen wurde.“
LEADER unterstützt neue Ideen vor Ort
Die Idee für die Umgestaltung entstand vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und der sich verändernden Bestattungskultur. „Friedhöfe und Bestattungen ändern sich. Wir müssen diesem Wandel begegnen, indem wir bestehende Traditionen bewahren und zugleich neue Ausdrucksformenzulassen, so dass ein stimmiges, zeitgemäßes Gesamtbild entsteht. Das war unser Grundgedanke. Deshalb haben wir uns an LEADER gewendet. Uns war unklar, ob unsere Idee überhaupt förderbar ist“, erklärt Spettmann. Bei der Entwicklung des Projekts und der Beantragung der Fördermittel wurde die Kirchengemeinde von LEADER-Regionalmanagerin Silvia Bors begleitet.
„Wir unterstützen Bürgerinnen und Bürger, sowie Vereine und Institutionen, sowohl bei der Entwicklung ihrer Ideen als auch bei der Antragstellung. Das Besondere an LEADER ist, dass wir direkt vor Ort in Wankum sind und persönliche Gespräche unkompliziert möglich sind“, erklärt Bors. Rund 70.000 Euro LEADER-Fördermittel sind in die Umgestaltung des Friedhofsplatzes geflossen. „Wir hätten den Platz nicht in diesem Maße umgestalten können, ohne die LEADER-Fördergelder“, so Spettmann. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie aus einer Idee ein neuer Ort für die Gemeinschaft entstehen kann. Ein Friedhof bleibt dabei ein Ort der Ruhe und des Gedenkens – wird aber gleichzeitig zu einem offenen Raum, der Natur, Begegnung und Gemeinschaft miteinander verbindet.






