LAG fasst Teilbeschluss: Grünes Licht für das Projekt „Fleuthkuhlen erlebbar und sichtbar“
Kaum bekannt sind die sogenannten Fleuthkuhlen, ein Naturschutzgebiet, dass sich über das Gemeindegebiet Issums und Gelderns erstreckt. Die Landschaft ist geprägt von Niedermooren, Feuchtwiesen und -weiden, Bruchwäldern und beheimatet zahlreiche heimische Insekten und Tiere. Der NABU möchte dieses Gebiet bekannter machen, mit Unterstützung durch Fördergelder aus den LEADER-Regionen.
Nur wenige Menschen kennen die Fleuthkuhlen – ein rund 600 Hektar großes Naturschutzgebiet auf dem Gebiet der Gemeinde Issum und der Stadt Geldern. Die einzigartige Landschaft mit Feuchtwiesen, Röhrichten, Weidengebüschen und Erlenbruchwäldern bietet zahlreichen seltenen Pflanzen- und Tierarten einen wertvollen Lebensraum. Auch Altarme, Fließgewässer mit Unterwasservegetation, sowie Sümpfe mit Schneide (Cladium mariscus) prägen das Gebiet.
Der NABU möchte dieses Naturjuwel künftig stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Mithilfe einer Förderung aus dem europäischen LEADER-Programm sollen Erlebnisstationen errichtet und geführte Exkursionen angeboten werden. Ziel ist es, die Besonderheiten der Fleuthkuhlen erlebbar zu machen und gleichzeitig die Bevölkerung für den Schutz dieses wertvollen Lebensraums zu sensibilisieren.
„Der NABU zeigt mit diesem Projekt, wie vielfältig und schützenswert die niederrheinische Landschaft ist. Viele Menschen wissen gar nicht, welche besondere Flora und Fauna sich direkt vor ihrer Haustür befindet“, erklärt Silvia Bors, Regionalmanagerin der LEADER-Region Mittlerer Niederrhein.
Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der LEADER-Region Mittlerer Niederrhein hat das Vorhaben in ihrer dritten Sitzung des Jahres 2026 einstimmig befürwortet. Damit wurde ein Teilbeschluss gefasst, denn das Projekt wird ein Kooperationsprojekt mit der benachbarten LEADER-Region Lei.La. Es wäre das erste gemeinsame LEADER-Projekt beider Regionen.
„Genau dafür wurde das europäische Förderprogramm LEADER geschaffen – um regionale Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsame Projekte über Gemeinde- und Regionsgrenzen hinweg zu ermöglichen“, so Silvia Bors.
Auch die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe sehen in dem Vorhaben einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz. Angela Franz-Balsen betont: „Wir haben dem Projekt zugestimmt, weil Besucherinnen und Besucher bei den geführten Touren unmittelbar erleben können, wie interessant und lehrreich unsere heimische Natur ist.“
Neben dem Schutz der Artenvielfalt spielt auch der Klimaschutz eine wichtige Rolle. „Moore stehen aktuell besonders im Fokus, weil sie wichtige Kohlenstoffspeicher sind. Dieses Thema möchten wir ebenfalls in unser Konzept integrieren“, erklärt Monika Hertel vom NABU.
Mit dem Projekt sollen insbesondere Radfahrende und wandernde Familien, naturinteressierte Erwachsene sowie Schulen aus der Region angesprochen werden. Alle Angebote werden von Beginn an barrierearm geplant, sodass möglichst viele Menschen die Fleuthkuhlen entdecken und erleben können.
Das Projekt verfolgt nicht nur das Ziel, Wissen über ein bedeutendes und europaweit geschütztes Feuchtgebiet zu vermitteln. Langfristig soll auch die Identifikation der Bevölkerung mit dem Naturschutzgebiet gestärkt werden.
Weitere Beschlüsse werden voraussichtlich in der nächsten Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe gefasst. Diese findet im September 2026 statt.

